
Eintracht-Coach Michael Skibbe hat nach den Ausfällen von Martin Fenin und Ioannis Amanatidis zuletzt immer wieder die Verpflichtung eines weiteren Stürmers gefordert. Mit Rafik Djebbour scheint sich jetzt eine Lösung anzubahnen. Der Algerier soll bei den Hessen einen Leihvertrag bis zum Saisonende unterschreiben. Sollte Djebbour bei den Hessen unterschreiben, muss sich der Kroate Karlo Primorac vom kroatischen Erstligisten NK Osijek nach einem anderen Klub umschauen. Ohnehin konnte Gastspieler Primorac bei den Einheiten im Trainingslager in Belek in den vergangenen Tagen nicht überzeugen. Michael Skibbe ist jedenfalls optimistisch eine gute Alternative für die Abteilung Angriff an der Angel zu haben: "Das ist sicher eine gute, vielversprechende Lösung für uns. Er ist ein sehr guter Stürmer, der eine gute Schnelligkeit und ein gutes Kopfballspiel hat und mit beiden Beinen zum Abschluss kommen kann." Der zweimalige algerische Nationalspieler würde der Eintracht in der Rückrunde gleich zum Auftakt gegen Pokalsieger Werder Bremen am 16. Januar zur Verfügung stehen, da er nicht für den Afrika-Cup in Angola (10. bis 31. Januar) nominiert wurde. Da Djebbour in Athen wegen Problemen mit Trainer Dusan Bajevic zuletzt nicht mehr zum Einsatz gekommen war, wurde er nicht ins algerische Aufgebot berufen.

Der VfB Stuttgart ist auf der Suche nach Verstärkung für die linke defensive Seite fündig geworden. Die Schwaben leihen Cristian Molinaro von Juventus Turin bis zum Saisonende aus. Der 26-Jährige, der bei der "alten Dame" nicht wie gewünscht zum Zuge kam, hat sich damit endgültig gegen Atletico Madrid und für den abstiegsbedrohten Bundesligisten entschieden. Am Dienstag traf er im Trainingslager des VfB ein. "Das war ein langer Tag und eine lange Reise. Jetzt bin ich froh, dass ich hier bin", sagte die Leihgabe des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin. Nach der sportärztlichen Untersuchung unterschrieb Molinaro am Dienstagnachmittag einen Vertrag bis zum Saisonende bei den abstiegsbedrohten Schwaben. Bei der Leihgebühr soll es sich etwa um die Hälfte handeln, die italienische Medien verkündet haben, also 500.000 Euro. Der VfB hat darüberhinaus eine Kaufoption über 4 Millionen Euro im Sommer.

Werder Bremen weilt derzeit in Dubai, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Dabei sieht Trainer Thomas Schaaf Licht und Schatten. Ein Test am Dienstagabend hinterließ beim Coach zwiespältige Gefühle. "Ich hätte mehr erwartet", urteilte er nach dem 2:1-Sieg im Testspiel gegen den Emirate-Club Al Ain. Zudem zeigten sich die Verantwortlichen bei Werder besorgt um Claudio Pizarro, der verletzt vom Platz musste. Pizarro hatte zu Beginn der zweiten Hälfte einen Schlag auf den rechten Fuß erhalten, an dem ihn ein Haarriss im Herbst 2009 zu einer mehrwöchigen Pause gezwungen hatte. "Es war exakt dieselbe Stelle", erzählte Pizarro von dem schmerzhaften vorzeitigen Abpfiff für ihn. Immerhin signalisierte er am Dienstagabend vorsichtig Entwarnung. "Es ist immer der Alptraum, dass sich in der Vorbereitung einer verletzt", brachte Geschäftsführer Klaus Allofs die Sorgen um den Toptorjäger auf den Punkt. In bisher zehn Spielen erzielte der Peruaner in dieser Saison sechs Tore (kicker-Durchschnittsnote: 3,06). "Ich denke, es ist nicht so schlimm", so Pizarro. Der Fuß wird aber noch untersucht. Der erste Test des Jahres, elf Tage vor dem Rückrundenauftakt in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt, hinterließ bei Trainer Thomas Schaaf nicht nur wegen der Blessur von Pizarro zwiespältige Gefühle. "Wir haben ganz gute Phasen drin gehabt", sagte der Coach. Angesichts der harten Trainingsarbeit im Wintercamp in Dubai mochte er "nicht zu kritisch sein. Aber ich hätte mehr erwartet". "Wir müssen an der Leistung noch feilen", räumte Nationalspieler Per Mertesacker ein, der dennoch von einem "guten Test" sprach: "Wir mussten uns bis zum Ende beweisen." Weniger gefiel den Bremern, dass sie hin und zurück mehr als 300 Kilometer mit dem Bus durch die Wüste bis ins Emirat Abu Dhabi fahren mussten. Erst nach Mitternacht kehrte der Tross aus Al Ain in das komfortable Teamhotel in Dubai zurück.

Der absolute Topstar auf der offensiven Außenbahn war in der Hinrunde in der Bundesliga nicht zu finden. Anders als in der Sommer-Rangliste, als Münchens Super-Franzose Franck Ribery unumstritten die Nummer eins auf dieser Position war und nur knapp an der Kategorie Weltklasse vorbeischrammte, lagen diesmal drei Kandidaten nahezu gleichauf. Nach intensiver Diskussion setzte sich Toni Kroos durch, der damit doppelten Grund zu feiern hat, denn am Montag wurde er 20 Jahre jung. Erst Mitte der Hinrunde war er durch die Verletzung Renato Augustos in Leverkusens Elf gerückt, hatte dann aber mit präzisem Passspiel, exzellenter Schusstechnik und gefährlichen Standards begeistert. Das Top-Talent als Nachfolger Riberys, der verletzungsbedingt nicht genügend Einsätze vorweisen konnte, um berücksichtigt zu werden. Für die Internationale Klasse reichte es bei Kroos noch nicht, stellte er seine Qualitäten doch nicht durchgehend unter Beweis. Die Konstanz - bei einem Teenager ohnehin nicht so einfach zu erwarten - und die durchschnittlichen Leistungen in der U 21 verwährten ihm eine höhere Einstufung. Trotzdem setzte sich der Kreativspieler, der als klassischer Spielmacher-Typ vom linken Flügel aus agierte, aufgrund seiner sechs Tore, wenn auch knapp, gegen zwei Niederländer durch: Eljero Elia (22, HSV) und Arjen Robben (25, FC Bayern).Letzterer, nach kicker-Noten der Stärkste der Kandidaten, wies seine hohe Kunst des Tempodribblings nicht dauerhaft nach. Aufgrund von Verletzungen stand der 24-Millionen-Nachkauf nur viermal in der Liga beim Anpfif auf dem Platz, erreichte gerade die Minimal-Voraussetzung von neun benoteten Spielen, in denen er freilich glänzte.
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